Home-Office verlängern oder zurück ins Büro?

Read Time:5 Minute, 59 Second
Home-Office verlängern oder zurück ins Büro?

Seit fast drei Monaten sitze ich jetzt schon zu Hause. Im »Home-Office«. Fast drei Monate, in denen ich eigentlich den Traum lebe, den ich vorher nie hatte haben können: in Ruhe zu Hause arbeiten, kein Stress und dafür für Produktivität. Mittlerweile ist Covid-19 bei uns so weit eingedämmt, dass immer mehr Lockerungen eingeführt werden. Die Zeit des Home-Office neigt sich dem Ende zu. Mit einem lachenden und mit einem weinenden Auge, wie ich finde.

Seit fast drei Monaten sitze ich jetzt schon zu Hause. Im »Home-Office«. Fast drei Monate, in denen ich eigentlich den Traum lebe, den ich vorher nie hatte haben können: in Ruhe zu Hause arbeiten, kein Stress und dafür für Produktivität. Mittlerweile ist Covid-19 bei uns so weit eingedämmt, dass immer mehr Lockerungen eingeführt werden. Die Zeit des Home-Office neigt sich dem Ende zu. Mit einem lachenden und mit einem weinenden Auge, wie ich finde.

Home Office ist harte Arbeit
Photo by Djurdjica Boskovic on Unsplash

Ich muss gestehen: Als das Home-Office startete, habe ich mich insgeheim gefreut. Was habe ich mir damals immer gewünscht, von zu Hause aus arbeiten zu können! Schön gemütlich am Schreibtisch sitzen, meine Texte schreiben, abliefern und dafür bezahlt werden. Sollte das jetzt endlich wahr werden? Spoiler-Alarm: nicht ganz. Und der fehlende Schreibtisch war nur der Anfang!

Home-Office meets Homeschooling –

Ein Drama in unzähligen Akten – für alle Beteiligten!

Zeitgleich mit unserem angeordneten Home-Office begann für meine Tochter ein ganz anderes Abenteuer: Homeschooling. Ich weiß bis heute nicht, was ich von der aktuellen Variante halten soll, bin aber doch froh, dass wir noch eine Weile an ihr festhalten können.

Zu Beginn des Homeschooling feierte meine Tochter ihren ganz eigenen kleinen Befreiungsschlag. Während ich mich über die Home-Office-Option freute, jubelte Leonie darüber, dass sie nicht mehr zur Schule gehen musste. Nein, man merkt nur ganz dezent, dass wir uns unter vielen Menschen nicht so wohl fühlen wie daheim! Wie dem auch sei. Die Möglichkeit, zu Hause zu lernen, anstatt jeden Tag zur Schule gehen zu müssen, klang in ihren Ohren verlockender als die Aussicht auf jeden Tag Weihnachten. Und so stürzte jede von uns sich voller Euphorie in ihr eigenes Abenteuer. Zumindest die ersten paar Tage. Dass weder Home-Office noch Homeschooling ein Zuckerschlecken werden würden, war uns zwar eigentlich von Anfang an klar, dennoch krachten wir bald frustriert auf den Boden der Tatsachen.

Die Lehrer meiner Tochter taten ihr Bestes, um dieser enormen Herausforderung gerecht zu werden, die meisten Schüler auch. Dennoch lief nichts optimal. Nicht, dass man das irgendwie erwartet hätte. Schließlich wurde ja auch vorher in Sachen Digitalisierung und entsprechende Fortbildung der Lehrer nicht viel von Seiten des Ministeriums unternommen. Aber das ist hier gar nicht das Thema. Da wird schon genug gemeckert. Die Eltern sind unzufrieden, die Lehrer und Schulleiter auch – von den Schülern einmal ganz zu schweigen!

Selbstdisziplin ist gefragt!

Beide Formen von Heimarbeit erfordern ein hohes Maß an Disziplin, Eigenverantwortung und Zeitmanagement. Und zwar auf jeder Ebene, nicht nur der beruflichen oder schulischen. Mir half es enorm, meine täglichen Routinen so beizubehalten, als ginge ich tatsächlich ins Büro. Mit dem Unterschied, dass ich zusätzlich meinen Haushalt ignorierte (Das kann ich übrigens sehr gut, habe ich gemerkt!) und meine Tochter in ihren Hauptfächern unterrichtete (Das kann ich tatsächlich weniger gut, aber wir haben uns da gemeinsam durchgeschlagen.).

Während sich bei mir eine Mischung aus Nüchternheit über die Doppelbelastung und Dickköpfigkeit über die Herausforderung einstellte, setzte bei meiner Tochter Frustration über den Lehrstoff ein, den wir ihr in mühevoller Kleinarbeit selbst beibringen mussten. Hierzu gab es außer Arbeitsblättern nicht viel Hilfe von Seiten der Schule. Zum Glück gibt es Google und YouTube, um sich hier lerntechnisch über Wasser zu halten.

Die Kommunikation leidet im Home-Office

Prinzipiell bin ich ja ein Mensch, der eher die Klappe hält, es sei denn, es gibt etwas Wichtiges zu sagen. Allerdings bin ich auch ein Mensch, der gerne informiert ist. Oft suche ich mir die Infos, die ich brauche, selbst zusammen. Wenn es allerdings um Informationen aus dem Büro geht, ist man ja doch oft auf funktionierende Kommunikation angewiesen. Und da hakt es manchmal doch ein wenig, wie ich feststellen muss. Auch, wenn ich diesbezüglich niemanden persönlich dafür verantwortlich machen möchte. Das scheint mir ein generelles Problem zu sein, das einfach nur jetzt sichtbar wird.

Kommunikation ist der Schluessel
Photo by Volodymyr Hryshchenko on Unsplash

Eins vorweg: Ich will nicht behaupten, dass die Kommunikation bei uns im Unternehmen durchweg schlecht ist. Im Gegenteil! Was ich bisher erlebt habe, toppt ehrlich gesagt alles, was ich bisher im Berufsleben so mitbekommen habe. Und da waren schon eklatante Unterschiede. Doch im Home-Office scheint mir, dass die Kommunikation bei uns im Unternehmen ihren Rhythmus genauso heruntergefahren hat, wie mein Stoffwechsel. Noch so ein leidiges Thema, über das wir gerne ein anderes Mal sprechen können.

Die einzigen essenziellen Infos kommen vom Geschäftsführer, dafür in der Länge eines mittleren Stephen King-Buchs. Klingt schrecklich, ist es aber nicht. Es gibt tatsächlich Menschen, die ihre Mails strukturieren und angenehm schreiben können. Doch auch diese Informationen sind in der letzten Zeit weniger geworden. Von Zeit zu Zeit fühle ich mich im Home-Office ein wenig »hinterm Mond gleich Dritte links«, wenn ihr versteht, was ich meine. Ein wenig »abseits vom Schuss«. Und das macht mein kleines, infomationsgieriges Ego ein bisschen kribbelig. Ein bisschen viel, wenn ich ehrlich sein soll.

Home-Office hat auch seine Vorteile

Unabhängig von dem Kommunikationsproblem genieße ich es auch, zu Hause zu arbeiten. Ich habe weniger Ablenkung, ich habe meine Ruhe und ich habe vorher und nachher mehr Zeit für meine Schreibaktivitäten. Also, meine privaten, nicht meine beruflichen. Ja, ich schreibe praktisch den ganzen Tag und ja, das mag freaky sein. Aber ich meine es durchaus Ernst, wenn ich sage, dass Schreiben mein Leben ist.

Und ich mag es, wenn ich mich voll und ganz auf das konzentrieren kann, was ich zu erledigen habe. Also den Text, den ich zu schreiben habe. In einem Durchgangsbüro, das obendrein vollbesetzt ist, wird das Ganze schon schwieriger. Ja, es gibt schallisolierende Kopfhörer, aber ich bekomme auch ganz schnell einen Jump Scare, wenn ich plötzlich eine Hand auf meinem Rücken fühle, weil ich vor lauter Konzentration und durch den Kopfhörer meine Kollegen oder meinen Vorgesetzten nicht habe kommen hören. Einerseits vermisse ich es, Kollegen um mich zu haben, andererseits bin ich auch froh, wenn mir an schlechten Tagen keiner einen Knopf an die Backe quatscht. Da schlagen zwei Herzen in meiner introvertierten Brust.

COVID-19 tut noch sein Übriges dazu, sich am liebsten weiter zu Hause verschanzen zu wollen. Doch da sollte man lieber aufpassen, dass gerade bei sensiblen Menschen darauf keine sozialen Phobien entstehen.

Lieber zurück ins Büro oder weiter im Home-Office bleiben?

In den letzten Tagen habe ich immer öfter darüber nachgedacht, ob ich jetzt schon ins Büro zurückgehen sollte – und auch wollte – oder nach Möglichkeit noch weiter zu Hause arbeiten sollte. Wie gesagt, stecke ich da in einem kleinen Zwiespalt. Einerseits möchte ich noch ein wenig im Home-Office bleiben, andererseits möchte ich auch bald wieder zu meinem normalen Alltag zurückkehren.

Ich hatte darüber diese Woche mit meinem Abteilungsleiter gesprochen. Aktuell gibt es noch keine Anweisung, aus dem Home-Office zurückzukehren. Auch die meisten meiner Kollegen bleiben noch zu Hause. Daher werde ich schauen, ob ich zumindest noch die zwei Wochen bis zu den Sommerferien im Home-Office bleibe und danach ins Büro zurückkehre. Dann fällt zumindest auch die Doppelbelastung weg und die Wiedereingewöhnung wird weniger stressig. Irgendwie freue ich mich schon darauf. Aber bis dahin genieße ich noch die Zeit, die mir im Home-Office bleibt und widme mich meinem Schreibprojekt.

Home-Office ist weitaus unglamouroeser als gedacht
Photo by Dillon Shook on Unsplash

About Post Author

Carina

Leidenschaftliche Texterin für Website-Texte. Single-Mom, kreativer Chaos-Mensch. Introvertierter Dickkopf. Schreiben ist mein Lebenselixier. Gleich neben der Musik, meinen Büchern und meiner Tochter.
0 0
Happy
Happy
0 %
Sad
Sad
0 %
Excited
Excited
0 %
Sleppy
Sleppy
0 %
Angry
Angry
0 %
Surprise
Surprise
0 %

Average Rating

5 Star
0%
4 Star
0%
3 Star
0%
2 Star
0%
1 Star
0%

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.