Mein Stoffwechsel und ich – eine Feindschaft fürs Leben

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Mein Stoffwechsel und ich – eine Feindschaft fürs Leben

Ich war heute auf der Waage. Mal was anderes: Ich brauche ein neues Badezimmerfenster. Das alte ist heute spontan zu Bruch gegangen. Ja, das ich ein Twitter-tauglicher Witz, den ich tatsächlich auch in meinem Profil gepostet habe. Für einen winzigen Augenblick war es aber zu dem Zeitpunkt tatsächlich ein Wunsch von mir, die Waage zu nehmen und sie in hohem Bogen durch das geschlossene Fenster zu katapultieren. Was mich davon abgehalten hat? Hier entlang…

Ich war heute auf der Waage. Mal was anderes: Ich brauche ein neues Badezimmerfenster. Das alte ist heute spontan zu Bruch gegangen. Ja, das ich ein Twitter-tauglicher Witz, den ich tatsächlich auch in meinem Profil gepostet habe. Für einen winzigen Augenblick war es aber zu dem Zeitpunkt tatsächlich ein Wunsch von mir, die Waage zu nehmen und sie in hohem Bogen durch das geschlossene Fenster zu katapultieren. Was mich davon abgehalten hat?

Exakt zwei Dinge: Zum einen die sonst anstehende Diskussion mit meiner Vermieterin und zum anderen die Gefahr, jemanden mit dem verteufelten Ding zu treffen, der*die just in diesem Moment unter meinem Badezimmerfenster vorbeilaufen muss. Sonst läuft da kaum jemand lang. Aber wenn ich etwas aus dem Fenster werfen würde, DANN finden ganze Versammlungen dort unten statt!

Photo by i yunmai on Unsplash

Wie es so weit kommen konnte, dass ich meiner eigenen Waage den Tod wünsche? Obwohl sie mit mir – buchstäblich!! – durch dick und dünn gegangen ist? Vielleicht, weil sie mir – mal wieder – die eigene Unzulänglichkeit vor Augen geführt hat.

Ich war noch nie ein Sports-Ass und ich esse viel zu gerne, als ständig Diät halten zu können. Doch zu Zeiten von Covid-19 ist das leider eine Kombination, die mit meiner Persönlichkeit eine verdammt toxische Verbindung eingegangen ist.

Faulheit ist der Katze Frustration, weil die Lieblingshosen zu eng werden!

Ich war schon immer sportfaul. Schon zu Schulzeiten. Ich bin eine dieser Personen, die jemanden brauchen, der*die mir entweder in den Arsch tritt oder mich mitzieht. Selbst die höchst euphorische Anmeldung im Fitnessstudio hat nichts gebracht ohne feste Termine und Trainingspartner. Nachdem ich also fast zwei Jahre praktisch umsonst bezahlt hatte, habe ich Anfang dieses Jahres meine Mitgliedschaft dort gekündigt.

Als wir Mitte März ins Home-Office geschickt wurden, war ich jetzt auch keine der Kanditat*innen, die sich sofort an die Ausarbeitung eines Trainings- und Ernährungsplans machten, um sich in der Zeit, die wir zu Hause bleiben mussten, fit zu halten. Ehrlich gesagt, habe ich da keinen großen Gedanken dran verschwendet. Vereinzelt hatte ich ambitionierte Momente, in denen ich dann einzelne Workouts gemacht habe – ich habe sogar eine Woche am Stück durchgezogen. Das war es dann aber auch wieder.

Ich habe mich sogar bei Asana Rebel angemeldet, um in meinem eigenen Tempo die Yoga-Workouts machen zu können. Ein paar Tage lang habe ich auch das hintereinander durchgehalten.

Die Lage spitzt sich zu … Chef organisiert Personal Training

Wer den ganzen Tag am Computer sitzt, hat mehr Probleme mit dem Rücken und Nacken. Ist nachvollziehbar und bewiesen. Ebenfalls nachvollziehbar und bewiesen ist auch, dass Arbeitnehmer mehr leisten können, wenn sie gesund und halbwegs fit sind. Unser Chef hat uns jetzt das Angebot gemacht, mithilfe eines Personal Trainers innerhalb der Coronazeit via Videoübertragung an bestimmten Tagen gemeinsam Sport zu machen. Nix Wildes, mehr Bürosport.

Jetzt ratet mal, wer sich dachte »Vielleicht hilft mir das ja endlich, durchzuhalten«? Und jetzt ratet noch mal, wem gerade schon die Muffe geht wegen der Videoübertragung. Richtig: Mir! Und eventuell spielt der innere Schweinehund bereits mit dem Gedanken, mich wieder von der Liste nehmen zu lassen. Vielleicht bekomme ich sie ja noch dazu, dem Ganzen wenigstens eine kleine Chance zu geben. Vorher sollte ich aber immerhin etwas dafür tun, damit ich nicht nach zwei Minuten Gruppentraining schweißüberströmt und mit Sauerstoffmangel zusammenklappe. 

Online Personal Training
Photo by Kari Shea on Unsplash

Meine persönliche 2-Week-Challenge

Damit ich mich nicht ganz so königlich blamiere, wie ich es bislang befürchte – und damit meine Waage nicht demnächst mich aus dem Fenster schmeißt, anstatt umgekehrt – habe ich mir eine ganz eigene 2-Week-Challenge vorgenommen. In vielen Artikel steht ja, dass Muskelaufbau den Stoffwechsel ankurbelt. Da genau das als Endomorph – wie mir von einem dieser netten Fitnessmenschen gesagt wurde – mein Problem ist, dann setzen wir doch genau dort mal an. Dazu musste ich mich erst einmal ein wenig schlau machen. 

Was ist das Besondere an einem endomorphen Stoffwechsel?

Nachdem mir vor knapp zwei Jahren einmal das Schlüsselwort Endomorph um die Ohren gehauen wurde, habe ich mich bis heute nicht mehr damit befasst, wenn ich ehrlich bin. Doch die Tage bin ich durch eine halbgare App-Werbung auf Instagram für unterschiedliche Stoffwechseltypen wieder über das Wort gestolpert und habe mich einfach mal ein wenig eingelesen. Aus medizinischer Sicht ist die Einteilung in drei Stoffwechseltypen nicht mehr gebräuchlich, aus sportlicher und ernährungswissenschaftlicher Sicht angeblich aber schon noch. Also schauen wir uns doch mal die Merkmale für einen endomorphen Stoffwechseltypen an:

  •  besitzt breite Brust, Schultern und Hüfte  – Check ✔
  •  besitzt eher kräftige Gliedmaßen – Check ✔
  •  verfügt über große Hände und Füße – joa. Geht so ✔
  •  hat ein rundes Gesicht – Doppelcheck!! ✔✔
  •  verfügt über kaum Muskeldefinition – Check ✔
  •  hat einen hohen Körperfettanteil – Check ✔
  •  besitzt einen langsamen Stoffwechsel – Check ✔

Okay, wenn ich mir das so anschaue, dann brauche ich da überhaupt nicht mehr zu diskutieren. Der Fall ist glasklar. Ich freu mir den Arsch ab. Ach nee, geht ja nicht. Ich vergaß. Mein Fehler.

Wie sollte ich mich als endomorpher Stoffwechseltyp ernähren?

Eines, das ich im Überfluss gelesen habe: Weniger Kohlenhydrate zu sich nehmen, dafür mehr gesunde Fette und mehr Proteine. Hm. Gut, dass ich gerade Nudeln, Kartoffeln und Reis im Überfluss zu Hause habe. Ach, Moment – nee, nicht gut. Ich glaube, ich sollte mal wieder den nächsten Einkauf starten.

Viele Berichte und Artikel und Fitnessprofis erklären, dass der Hormonhaushalt durcheinander ist und wieder in Balance gebracht werden muss. Dann kann die Fettverbrennung angekurbelt werden. Aber was genau darf ich jetzt essen? Bezeichnungen wie »gute Fettquellen« oder »komplexe Kohlenhydrate« finde ich sehr schwammig. Also habe ich mir ein paar Beispiele herausgesucht.  Gute Fette wären zum Beispiel:

  • Walnüsse  (doof, die vertrage ich nicht)
  • Joghurt  (ja, der geht)
  • Olivenöl
  • Avocado
  • Käse
  • Lachs
  • Eier
  • Zartbitterschokolade

Zu den komplexen Kohlenhydraten zählen z. B.:

  • Vollkornprodukte
  • Reis (ach, da schau her, guck!)
  • Mais
  • Hirse
  • Kartoffeln (Yippieh!)
  • Obst
  • Linsen
  • Bohnen
  • Erbsen

Quinoa, Amaranth und Buchweizen zählen auch dazu, aber die sind mir ehrlich gesagt zu teuer, als dass ich sie in absehbarer Zukunft in meinen Essensplan aufnehmen werde. Immerhin kann ich zumindest manche Sachen aus meinem Vorratsschrank verwenden. Ich hatte schon befürchtet, davon wäre nichts  zu gebrauchen.

Allerdings ist die Ernährung ja nicht der einzige Bestandteil, wenn es ums Abnehmen geht.

Wie sollte mein Trainingsplan als endomorpher Stoffwechseltyp aussehen?

Photo by Morgan Petroski on Unsplash

Wenn man effektiv abnehmen will, dann geht es nicht gänzlich ohne Sport. Das muss ich leider auch als Sportmuffel einsehen. Stundenlanges Cardio macht aber bei einem endomorphem Stoffwechsel keinen Sinn. Was habe ich mich gefreut, diese Erkenntnis zu lesen!

Bodyweight Training ist eine Methode, um Krafttraining und Cardio miteinander zu kombinieren, da man mit dem eigenen Körpergewicht arbeitet und hierbei sowohl Muskeln aufbaut als auch gleichzeitig den Puls und den Stoffwechsel ankurbeln kann.

Liegestütze, Kniebeugen oder Burpees sollen mir also mehr bringen, als stundenlanges Abstrampeln auf dem Fahrrad? Warum?

 

  1. Training mit dem eigenen Körpergewicht kurbelt die Fettverbrennung an. 
  2. Bodyweight Training fordert dich heraus.
  3. Das Verletzungsrisiko ist erheblich geringer als bei normalem Krafttraining.
  4. Da man nur das eigene Körpergewicht nutzt, ist man deutlich flexibler im Training.

 

Also habe ich mir auf YouTube eine eigene Playlist nur für mich erstellt: unzählige 10-Minuten-Workouts. Für jeden Tag ein anderes. Jeden Tag nur 10 Minuten. Das sollte doch zu schaffen sein, oder? Wenn ich an die Zahl auf meiner Waage denke, dann gibt es nur eine Antwort: Es muss! Vielleicht finde ich ja noch die passende Motivation, um am Ball zu bleiben.

Schickt mir doch eure Motivations-Tipps! Einfach unten in die Kommentare packen.

About Post Author

Carina

Leidenschaftliche Texterin für Website-Texte. Single-Mom, kreativer Chaos-Mensch. Introvertierter Dickkopf. Schreiben ist mein Lebenselixier. Gleich neben der Musik, meinen Büchern und meiner Tochter.
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