Leben mit AD(H)S

3 Gründe, wieso Minimalismus bei ADHS und Desorganisation helfen kann (FREE Printable)

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Menschen mit AD(H)S ziehen das Chaos und die Unordnung an wie die Licht die Motten und Mücken. Und das, obwohl wir doch selbst gerne am liebsten ein aufgeräumtes und ordentliches Zuhause haben möchten. Warum das nicht immer klappt, habe ich ja schon in meinem Beitrag zum Thema ADHS, Chaos und Desorganisation geschrieben. Heute geht es darum, ob Minimalismus als Lebensstil der Heilige Gral sein kann, der uns aus unserem Chaos befreit – oder doch eher so gar nicht mit unserer AD(H)S vereinbar ist. 

Was ist Minimalismus?

Der Minimalismus als Lebensstil bedeutet kurz und knapp zusammengefasst, dass man sich bewusst auf ein Minimum, also das Nötigste beschränkt.

Einfach mal so richtig ausmisten und all den überflüssigen Plunder, den man sowieso nicht nutzt und der nur in unserer Wohnung Staub fängt und uns noch nicht einmal glücklich macht, rauszuwerfen! Dadurch legt man den Fokus auch auf die Dinge, die einem im Leben wirklich wichtig sind und die man gerne um sich herum haben möchte.

Der Vorteil liegt klar auf der Hand: Je weniger unnötigen Kram man um sich herum hortet, desto weniger Unordnung kann sich eigentlich bilden. Eigentlich.

Aber ist das auch das Richtige bei AD(H)S?  
Photo by tu tu on Unsplash

Das Chaos der AD(H)S ...

Ordnung und Organisation sind zwei der größten Schwächen von uns AD(H)S-Betroffenen. Wo liegen meine Schlüssel? Warum steht schon wieder überall Geschirr herum? Mist, wir haben einen wichtigen Termin vergessen! Kommt dir bekannt vor? Sind wir ehrlich: Es ist frustrierend. Wir starten Aufräumaktion über Aufräumaktion und kurze Zeit später stehen wir vor demselben Chaos.


Wir haben es mit To-do-Listen probiert, mit Tagesplänen, Wochenplänen – nichts hat wirklich dauerhaft funktioniert.

… und wieso Minimalismus eine Antwort sein könnte

Einer der Gründe, warum wir so Probleme haben, ist, dass wir viele Gegenstände in unserem Zuhause haben – und die meisten von ihnen haben keinen fest angestammten Platz. Dadurch fliegt sprichwörtlich alles durch die Gegend und wird nach Benutzung oft da abgelegt, wo gerade Platz ist und wo wir gerade langgehen.


Hier könnte der Lebensstil des Minimalismus einen Ansatzpunkt bieten. Denn wer minimalistisch leben möchte, mistet bei sich zu Hause rigoros aus. Alles, was überflüssig ist, nicht mehr benutzt wird oder nicht mehr gefällt, wird entrümpelt. Am Ende hat man – wenn wirklich entrümpelt wird – eine deutlich leerere, freiere Wohnung. Und dadurch auch mehr Ordnung.

 

3 Gründe, warum Minimalismus hilfreich sein kann

Okay. Minimalismus steht also dafür, weniger zu haben. So weit verständlich. Und warum ist das jetzt gut bei AD(H)S? 

 

  1. Weniger Plunder in der Wohnung ist der erste Schritt zu weniger Unordnung
  2. Die Dinge, die wir besitzen, bekommen alle einen festangestammten Platz
  3. Für jedes neue Teil muss ein altes Teil gehen. So bekommt der Plunder nicht mehr die Überhand 

Ich denke, dass der Ansatz des Minimalismus bei AD(H)S hilfreich sein kann, ist verständlich. Aber ist er allein auch wirklich der Schlüssel zu mehr Ordnung?

Jeder Schlüssel braucht ein passendes Schloss

Jein. Minimalismus mag der Schlüssel zu mehr Ordnung sein. Allerdings nützt dieser uns nichts, ohne das passende Schloss dazu: entsprechende Gewohnheiten, um die neugewonnene Ordnung auch beizubehalten.


Was passiert, wenn wir nach dem Entrümpeln genauso weiter machen wie bisher? Richtig! Innerhalb kürzester Zeit steht unser langjähriger “Freund”, das Chaos, wieder mit gepackten Koffern vor der Tür; bereit, wieder bei uns einzuziehen.

Foto von Karolina Grabowska von Pexels

Die optimale Kombination: Ausmisten und neue Gewohnheiten erarbeiten

Am besten können wir die neu geschaffene Ordnung beibehalten, indem wir uns entsprechende Abläufe und Routinen angewöhnen. Es gibt einige Sachen, die man relativ einfach in den Tagesablauf integrieren kann. Wichtig ist, auch regelmäßig am Ball zu bleiben. Das können zum Beispiel sein:

  • kurze Rundgänge jeden Tag, um herumliegende Dinge an ihren festen Platz zu räumen
  • jedes Mal beim Verlassen des Raumes Dinge für den nächsten Raum mitzunehmen
  • kurze Timer von 15 Minuten pro Tag setzen und einen Raum gezielt aufräumen und putzen
  • Dinge direkt nach dem Benutzen an ihren festen Platz legen – Keine Zwischenablage!

Von mir für dich: 2 Listen als Freebie zum Download

Du weißt nicht, wo du anfangen sollst mit dem Ausmisten? Oder wie du deine Routinen am besten anpassen sollst? Dann habe ich etwas für dich! Lade dir meine zwei Vorlagen herunter, die helfen dir bei den ersten Schritten. Die Checkliste zum Ausmisten gibt dir einen Denkanstoß, was du in deiner Wohnung ausmisten kannst. Ausdrucken, Abhaken, Aufatmen.  Mit meiner Vorlage für deine Routinen kannst du dir genau überlegen, welche täglichen Routinen du aktuell durchläufst und wie du sie am besten ändern und neue Elemente hinzufügen kannst. 

Dir gefallen die Printables? Sie haben dir geholfen, das Chaos in deinem Zuhause anzugehen? Oder hast du Verbesserungsvorschläge? Dann schreib mir deine Meinung gerne in die Kommentare!

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1982er Baujahr, Introvertierter Dickkopf mit Leidenschaft zum Schreiben und ADHS. Mit dem Kopf durch die Wand ist auch ein Weg! Texterin in einer Agentur für Kommunikation und Design. ++ Leise kann auch laut sein! >>> blogs: myhappychaos.de und wortundherz.de

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