Mobbing im Job – wenn nichts mehr geht

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Mobbing im Job – wenn nichts mehr geht

Mobbing im Job ist ein Thema, mit dem wir häufiger konfrontiert werden, als uns lieb ist. Die meisten von uns sehen es nur oft nicht als das, was es ist. Viele von uns sind auf die eine oder andere Weise bereits damit in Berührung gekommen. Die einen früher, die anderen später. In der Schule ist Mobbing unter Jugendlichen den meisten noch geläufig, doch auch unter Erwachsenen kommt es häufiger vor, als man glauben mag.

Mobbing im Job hat viele Gesichter

Häufig verschließen wir die Augen vor Mobbing im Job. Denn diese Art der Quälerei kann viele Gestalten annehmen. Vom einfachen Ignorieren über Lästereien mit anderen Kollegen bis hin zum gezielten Sabotieren. Oft ist den Opfern selbst nicht bewusst, wie sehr sie wirklich darunter leiden. Bis sie schließlich zusammenbrechen. Diesen Fall habe ich vor Kurzem leider im Bekanntenkreis erleben müssen. Und ich finde es sehr schwer mitanzusehen, wie eine offene, selbstbewusste Person innerhalb von Minuten zusammenbricht, als hätte jemand ein Loch in einen Wasserbecher gebohrt.

Das Bizarre an der ganzen Sache ist: Häufig ist den Personen, von denen das Mobbing ausgeht, überhaupt nicht bewusst, was genau sie da tun und dass das tatsächlich schon unter die Kategorie Mobbing im Job fällt. Anderen wiederum ist es völlig egal, was sie anrichten. Ihnen geht es nur darum, dass sie die betreffende Person nicht leiden können. Aus welchen Gründen auch immer. Die falsche Nase, der falsche Freundeskreis, falsch geatmet.

Wie erkennst du Mobbing im Job?

Es fängt meist klein an und kommt einem zu Beginn relativ harmlos vor. Da wird hinter dem Rücken über jemandem getuschelt. Andere Kollegen grinsen einen seltsam an, ohne dass man eine Ahnung hat, warum. Doch dann wird es klarer: Obwohl man gute Arbeit leistet und eigentlich von den Vorgesetzten Lob kassiert, wird man von anderen Kollegen grundlos kritisiert. Wichtige Informationen werden bewusst zurückgehalten und das Unwissen später in großer Runde zur Sprache gebracht.

Häufig ist auch überhaupt nicht klar: Ist es jetzt wirklich Mobbing im Job oder hat die schlechte Stimmung und die Abneigung gegen bestimmte Kollegen andere Gründe? Doch es gibt eine klare Definition für Mobbing:

Mobbing ist …
Systematisch: Die Schikane erfolgt systematisch und zielgerichtet. Es ist ganz klar kein einmaliger kleiner Ausrutscher.

Wiederholt: Die Schikanen erfolgen über einen längeren Zeitraum. Meist liegt ein monatelanger Leidensweg vor.

Was fällt unter die Definition von gezieltem Mobbing?

  • Demütigungen
  • Sexuelle Belästigung
  • Diskriminierungen
  • Herabwürdigen der Leistung ohne Grund
  • Isolation von jeglicher Kommunikation (auch betrieblicher)
  • Boykott
  • Vorenthalten von Informationen
  • gezieltes Vorführen des Opfers

In den allermeisten Fällen können die Opfer sich überhaupt nicht erklären, wieso sie in den Fokus geraten sind. Die Antwort lautet meist schlichtweg: völlig unverschuldet.

Bild von John Hain auf Pixabay 

Arten und Formen von Mobbing im Job

Die bekanntesten Arten von Mobbing im Berufsalltag sind das Lästern hinterm Rücken oder offene Anfeindungen. Doch das ist bei weitem nicht alles und die Schikanen haben viel mehr Facetten als und vielleicht bewusst ist. Das kann sehr subtil und heimtückisch vonstattengehen. Die beliebtesten Ziele bzw. Gründe für Attacken sind meist die Leistung und die Kompetenz des Mobbing-Opfers. Danach kommen Aussehen und vielleicht auch Ansehen in der Firma (klassisches Pendant zum Streber der Schulklasse).

Ausgrenzen des Opfers

Die Ausgrenzung des Mobbing-Opfers findet meist sehr gezielt statt. Sie beginnt damit, dass man beim Smalltalk nicht mehr mit einbezogen wird, bei den Gesprächen in der Küche beim Mittagsessen. Dann wird immer häufiger „vergessen“, die betreffende Person zu kurzfristigen Meetings einzuladen. Projektbezogene Kommunikation geht komplett an ihr vorbei. Man geht ihnen aus dem Weg, behandelt sie wie Luft. Und das regelmäßig.

Beleidigungen setzen ein

Oft als Stichelei begonnen, wandeln sich diese schnell zu Beleidigungen gegen das Mobbing-Opfer. Entweder in direkten Konfrontationen oder wieder hinter dem Rücken mit oder bei anderen Kollegen. Hier sollte ganz klar die Grenze gezogen werden, dass es sich eben nicht nur um raue Kommunikation handelt. Das ist in wiederkehrender Form definitiv eine Form von Mobbing im Job.

Grundlose Kritik

Wir reden hier nicht von konstruktiver Kritik, um das klar zu unterscheiden! Es geht darum, dass grundlos genörgelt und gemeckert wird. Meistens mit dem Ziel, das Mobbing-Opfer lächerlich zu machen, vorzuführen und einzuschüchtern. Häufig kann sich das von den leistungsbezogenen Kritiken im späteren Verlauf auch auf persönliche Merkmale beziehen wie die Kleidung, die Frisur oder ähnliches.

Vorenthalten von Informationen

Auch das zählt zu Mobbing im Job, wenn dem Opfer regelmäßig Informationen vorenthalten werden und sie dann in ihrer Unwissenheit vorgeführt werden. Auch ohne das Vorführen ist es bereits Mobbing, wenn regelmäßig Informationen nicht weitergeleitet werden, die für ein Projekt von großer Bedeutung sind.

Manchmal schlägt das Mobbing auch noch höhere Wellen und äußert sich in Lügen und Gewalt.

Mobbing kann zu ernsthaften Schäden führen

Von der schlechten Stimmung im Team mal ganz abgesehen, hat Mobbing im Job weitreichende Folgen für das eigentliche Mobbing-Opfer. Nicht selten führt der psychische Druck im Büro auch zu ernsthaften psychischen Erkrankungen, die bis ins Privatleben reichen. Und damit ist nicht allein das schnell schwindende Selbstwertgefühl gemeint. Viele Mobbing-Opfer leiden an mindestens einer der folgenden Erkankungen:

  • Schlafstörungen
  • Kopfschmerzen
  • Magenschmerzen
  • Atemprobleme
  • Essstörungen
  • Herzrhythmusstörungen
  • Depressionen
  • Burnout
Bild von Anemone123 auf Pixabay 

Selbst in die Konfrontation gehen

Manchmal kann es helfen, selbst als Mobbing-Opfer in die Konfrontation zu gehen und den oder die Täter*innen gezielt anzusprechen. Dann realisieren sie, dass sie zu weit gegangen sind und das Opfer sich nicht alles gefallen lässt. Wartet man jedoch mit dieser Maßnahme zu lange, kann es sein, dass die nächste Attacke bereits der berühmte Tropfen ist, der das Fass zum Überlaufen bringt.

Wenn das nicht hilft, sollten auf jeden Fall die Vorgesetzten ins Boot geholt werden. Oder auch der Chef selbst, wenn Abteilungsleiter nichts ausrichten können oder im schlimmsten Fall selbst beteiligt ist. Der Chef sollte vom Mobbing in Kenntnis gesetzt werden. Sollte das immer noch nicht reichen, sollte man sich mit seinem Arzt in Verbindung setzen und sich erst einmal für eine Weile „aus der Schusslinie“ bringen. Danach sollten die betroffenen Personen allerdings überlegen, ob sie nicht rechtliche Schritte einleiten, wenn selbst die Chefansprache keine Besserung gebracht hat. Denn Mobbing im Job – genauso wie in jedem anderen Bereich des Lebens – ist strafbar! Daher kann das Mobbing durch Kollegen durchaus zur Anzeige gebracht werden.

Bild von Alexas_Fotos auf Pixabay 

Eigene Erfahrungen

Hast du bereits eigene Erfahrungen mit Mobbing gemacht? In der Schule? Oder auch im Job? Ich wurde damals in der Schule stark gemobbt, weil ich aufgrund einer schwachen und schiefen Wirbelsäule ein Korsett tragen musste. Das zog sich bis über die Zeit in der betreffenden Schule hinaus. Ich weiß, wie es sich anfühlt, ausgeschlossen zu werden und beleidigt zu werden. Ebenso, vorgeführt und sogar angegriffen zu werden. Ich habe irgendwann angefangen, mich zu wehren und den Rest stoisch ausgesessen, bis wir umgezogen sind.

Was sind deine Erfahrungen mit Mobbing? Wie bist du dagegen vorgegangen? Oder hast du es nicht geschafft, dich zu wehren? Er zähl mir von deinen Erlebnissen in den Kommentaren!

About Post Author

Carina

Leidenschaftliche Texterin für Website-Texte. Single-Mom, kreativer Chaos-Mensch. Introvertierter Dickkopf. Schreiben ist mein Lebenselixier. Gleich neben der Musik, meinen Büchern und meiner Tochter.
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